Rückblick auf das Klassenspiel der 8.Kl. 2009/2010

Das passt auf keine Tafel

Die achte Klasse begeisterte mit Shakespeares Komödie “Der Widerspenstigen Zähmung”

  

Probe! So viele Montagnachmittage, eine ganze Ferienwoche, zwei Wochen gar Probe statt Unterricht. Steht das dafür? Das Klassenspiel krönt nach den Jahresarbeiten das Ende der ersten acht Jahre auf der Waldorfschule. Doch während die Acht-Klass-Arbeit zunächst eine individuelle Aufgabe bedeutet, deren Ergebnis dann der Gemeinschaft vorgetragen wird, ist das Acht-Klass-Spiel eine große gemeinschaftliche Aufgabe, bei der jeder seine individuelle Rolle finden muss. Die achte Klasse mit Herrn Weisser – das vorweg – hat diese Aufgabe bravourös gelöst. Und, der Eindruck drängt sich auf, die Schüler haben während dieser Zeit der Proben und Aufführungen mehr über Sprache, Geschichte und Gesellschaft gelernt, als je an irgendeiner Tafel hätte stehen können. Von dem, was sie über sich selbst und andere erfahren haben, mal ganz abgesehen. Keine Frage: der Einsatz von Nachmittagen, Ferien und Unterricht, er stand dafür.

Aber wo beginnt das Gelingen eines Theaterabends?

Bei der Auswahl des Stückes? William Shakespeares' Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“ bietet eine Fülle von Rollen für unterschiedlichste, auch sehr eigenwillige Charaktere, eine wunderbare Sprache, in die es sich einzutauchen lohnt, und gleichzeitig eine Menge Möglichkeiten zu agieren und den Text durch Spiel glaubhaft zu machen.

Bei der  Regie? Nachdem die Schüler, wissend, dass zwei Regisseure womöglich auch doppelt so viel Arbeit machen, sich für die Co-Regie von Elisabeth Gööck entschieden hatten, begann ein sehr intensives und  dynamisches Schauspieltraining. Das war für die Gruppe von grundlegender Bedeutung ebenso wie die Einzelproben, von denen man schwärmen hörte, für die individuelle Entwicklung der Rollen.

Bei Bühnenbild und Kulisse? Sie sind nicht nur für das Auge des Betrachters wichtig, sondern sie bilden das Umfeld, in dem sich die Schauspieler für die Dauer der Vorstellung wie zuhause fühlen müssen. Herr Narimanaschwilis luftige Malerei, Herr Maertins zeitgemäße „Leichtbauweise“, die die Umbaupausen auf ein Minimum reduzierte, schafften stimmige Räume.

Bei den Kostümen? Sie helfen den Schülern, sich ihrer Figur anzuverwandeln. Sie helfen dem Publikum, sich in eine andere Zeit versetzen zu lassen. Frau Renner entwarf und komponierte mit ästhetischem Feingefühl und historischer Sorgfalt wunderschöne Gewänder.

Bei der Musik? Den Irrungen und Wirrungen des turbulenten Geschehens auf der Bühne setzte Frau Wirth den nachdenklichen Ton, die kleine Wehmut in den Liedern und Instrumentalstücken entgegen – Inseln zur Besinnung fürs Publikum.

Es ist nämlich eine vertrackte Geschichte, die von Petruchio, der sich des Geldes wegen um die Heirat mit der schönen, aber garstigen Katharina bemüht. Deren Vermählung wiederum  Voraussetzung dafür ist, dass der Vater die jüngere Schwester zur Hochzeit freigibt. Bianca aber ist so liebreizend, dass die Bewerber Schlange stehen: der schwärmerische Student Lucentio (mit Erfolgsaussichten) ebenso wie die Edelleute Hortensio und Gremio, der eine ein jugendlicher Galan, der andere ein alter Herr, dessen Kandidatur schon ziemlich am Stock geht. Weil sie alle, der Vater und die Töchter, die Heiratskandidaten und ihre Dienerschaften, die Männlein und die Weiblein, eigene Vorstellungen entwickeln, wie aus dieser Gemengelage herauszukommen wäre, entsteht  so etwas wie eine Bäumchen-verwechsele-dich-Komödie, ein Durcheinander des Lebens voller Täuschungsmanöver und Irritationen. Und dann schaut auch noch der Herr Schlau, ein betrunkener Kesselflicker, der in den Glauben versetzt wird, er sei ein reicher Mann, dem zu Ehren das Theaterstück aufgeführt werde, vom Lotterbett aus zu, wie Petruchio seine Katharina beschwatzt – bis die Gestirne am Himmel nicht mehr an ihrem Platze stehen und Kathi Keife Petruchios Käthchen wird.    

Der Epochensprung zwischen Biedermeier und Renaissance, die verschiedenen Schauplätze, die fliegenden Rollenwechsel, die selbst im Derben kunstvolle Sprache – Thomas Weissers Stückauswahl barg eine Fülle von Herausforderungen, zumal für eine achte Klasse. Aber er wusste seine Schüler offensichtlich richtig einzuschätzen. Am Ende jedenfalls standen Ovationen für eine rundum geglückte Aufführung.

Gelingen beginnt bei jedem einzelnen. Deshalb wäre alles nichts ohne die Schüler, die mit Konzentration und Selbstverständlichkeit ihre Rollen auf, vor und hinter der Bühne wahrnahmen. Jeder und jede wusste, was wann wie zu tun war und hatte zugleich ein Auge darauf, anderen zu helfen. So souverän und fest verankert erschienen alle in ihrem Tun, dass auch kleine Pannen sie nicht mehr aus dem Tritt bringen konnten, egal ob das Bett einkrachte oder der Vorhang klemmte. (Herr Idler sen. hat dankenswerterweise beide Abendaufführungen gefilmt.)

Nun könnte man zuguterletzt doch noch einwenden, dass sich die Geschichte von Petruchio und der zickigen, aber letztlich Unterwürfigkeit predigenden Kathi, was die Rolle der Frau angeht, so gar nicht auf der Höhe unserer Gegenwart befindet. Doch das hieße das gerüttelt Maß an Witz zu übersehen, mit dem sie inszeniert und gespielt wurde, und den Schluss zu ignorieren. Mit seinem kongenial angedichteten Epilog nämlich stellte Ben Büttner die Kräfteverhältnisse schnell wieder klar und ließ die Frau obsiegen.

 

P.S. Und was war am ersten Montagnachmittag danach? Gut möglich, dass die eine oder der andere die Probe vermisst hat.

Kathrin Kramer (E)


Waldorf 100

2019 wird „die Waldorfschule“ 100 Jahre jung! Wir feiern...

➤ www.waldorf-100.org

Spendenbarometer

78,82%
 

Wir sparen auf einen neuen Flügel. Helfen Sie mit das Spendenziel von 50000€ zu erreichen.

Schulferien / Feiertage

Schuljahr 2017/18

Herbst
Tag d.dt. Einheit
Weihnachten
Hl.Dreikönig
Winter
Ostern
Maifeiertag
Christi Himmelf.

Pfingstmontag
Pfingsten
Sommer
26.10.-03.11.'17
03.10.2017
22.12.'17-05.01.'18
06.01.'18
09.02.-16.02.'18
26.03.-06.04.'18
01.05.'18
10.05.'18
21.05.'18
22.05.-01.06.'18
26.07.-07.09.'18

Förderung der Leuchtmittel

BMUB NKI gefoer Web 300dpi de hoch

 

Sponsoren

Der Oberrheinische Waldorfschulverein e.V. in Freiburg bedankt sich bei den Firmen, durch deren Unterstützung die Anschaffung dieses Fahrzeuges ermöglicht wurde:

Firma Kurt Zeltner
Bio Keller - Bistro
Coco Sound Veranstaltungstechnik
ENORM Second Hand
Freiburger Schlüsseldienst
Bäckerei JENNE GmbH
Autohaus Heinz Santo
Auryn Schmuck-Mode-Accessoires
schön & gut
Fegers Backstube
Pneuhage Reifendienste Süd
BEN Technik
Seri`s Blumen
Lotos - Immobilien
Wunder Fitz Spiele und Idee

info3-Banner

Adresse

Freie Waldorfschule Freiburg-Wiehre

Schwimmbadstraße 29
D-79100 Freiburg

Telefon 0761. 791 73 - 0
Telefax 0761. 791 73 - 29
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!